Mindful Running – Mit achtsamen Laufen zu mehr Freude und Gelassenheit

achtsames laufen

Bei „Mindful Running“, dem sogenannten achtsamen Laufen, geht es bewusst nicht darum, möglichst schnell oder weit zu laufen. Es geht darum, zur Ruhe zu kommen und ganz bei sich zu sein. Du sollst dadurch glücklicher, gesünder und konzentrierter werden.

Kennst du das auch?

Deine Laufuhr vibriert, du blickst automatisch aufs Display, hast eigentlich einen lockeren Lauf vor, bist aber dennoch von deiner Zeit enttäuscht?

Seitdem ich nur noch selten an Laufwettkämpfen teilnehme und daher keinem Trainingsplan mehr folge, ist mir aufgefallen wie sehr meine Laune während dem Laufen von meiner Sportuhr abhängt. Ich möchte zum Beispiel nach der Arbeit einfach locker laufen um den Kopf freizubekommen, fühl mich aber dennoch gehetzt und unter Druck gesetzt, sobald ich einen Blick auf meine Laufuhr werfe. Entspannung Fehlanzeige. Um meinen eigenen Erwartungen und dem Selbstoptimierungsdruck des Höher-Schneller-Weiter zu entkommen, bin ich also ohne Laufuhr losgezogen und habe ziemlich schnell gemerkt wie gut mir das tut.

Der Weg zum achtsamen Laufen

Diese Schritte haben mir geholfen achtsamer zu laufen und nach einem Lauf entspannter und glücklicher zu sein.

1. Laufen ohne Zeitnahme

Wer der Versuchung seinen Schnitt zu checken widerstehen möchte, lässt die Sportuhr einfach aus oder wie ich ganz zuhause. Ich warn dich aber schon einmal vor dem ungewohnten Gefühl „am Handgelenk fehlt doch etwas“ vor. Wer die erreichten Kilometer für seine Auswertung dokumentiert haben möchte, kann seine Uhr natürlich auch einfach lautlos stellen.

2. Bewusste Vorbereitung

Um eine gewisse Distanz zum oftmals hektischen Alltag zu bekommen, hilft es mir bereits vor dem Lauf in aller Ruhe meine Sportkleidung anzuziehen. Auch ein paar tiefe Atemzüge lassen mich runterkommen und helfen den Alltag hinter mir zu lassen. Du kannst aber auch mit einer Achtsamkeitsübung starten, indem du dich zum Beispiel 5 Minuten still an eine Wand oder einen Baum lehnst und einfach den Geräuschen der Umgebung lauscht.

3. Auf den Körper achten

Anstatt während dem Laufen auf meine Kopfhörer zu lauschen, lass ich diese zuhause und achte auf meinen Körper, meinen Atem und meine Schritte. Dabei entwickle ich ein intensiveres Körpergefühl und merke, was mir gut tut. Außerdem kann ich dabei nicht nur meinen Beinen, sondern auch meinen Gedanken freien Lauf lassen. Dabei vermeide ich es zu sehr über den bisherigen Tag nachzugrübeln oder mir zu überlegen, was ich heute noch erledigen muss, sondern versuche mit meinen Gedanken einfach im Hier und Jetzt zu sein. Du kannst dir zum Beispiel Fragen stellen wie: Atmest du durch den Mund oder die Nase? Atmest du hektisch oder ruhig? Machst du große oder kleine Schritte? Setzt du deine Füße leise oder laut auf? Du kannst auch in dich hinein fühlen, hast du an irgendeiner Stelle im Körper Schmerzen oder schwere Beine? Was geht dir gerade durch den Kopf?

4. Auf die Umgebung achten

Viel entspannter und entschleunigter erlebe ich meinen Lauf, wenn ich auf den Moment und meine Umgebung achte. Ich lass meinen Blick in der Natur schweifen. Höre auf das Zwitschern der Vögel, das Rauschen der Bäume und das Rascheln des Laubs unter meinen Füßen. Ich nehme die Pflanzen und Bäume um mich herum wahr. Ich achte auf das Wetter und genieße es, egal ob die Sonne scheint, der Wind weht oder der Regen prasselt. Meist entscheide ich mich während dem Lauf spontan für Wege oder Abzweigungen, die ich neu für mich entdecken kann. Laufe bergauf und bergab, kreuz und quer und nehme jedes Hindernis mit über das ich springen kann. Ich lass mich sozusagen einfach treiben und genieße die Natur. Oft bleibe ich auch einfach stehen, um noch intensiver in meine Umgebung einzutauchen. Das Stehenbleiben kostete mich anfangs ehrlich gesagt ziemlich Überwindung. Ich fühlte mich immer schwach, wenn ich nicht durchlief. Geht dir das auch so? Wann hast du dir das letzte mal erlaubt während einem Lauf einfach einmal stehen zu bleiben und zu genießen?

5. Den Lauf entspannt beenden

Meist beende ich einen solchen Lauf mit einem Cool-Down. Dabei gehe ich mich ein paar hundert Meter aus oder dehne mich. Sauge die Natur um mich herum noch einmal auf und bin dankbar für die schöne Umgebung, die frische Luft und die Ruhe um mich herum. Mit einem achtsamen Laufstil und ohne einem zeitlichen Ergebnis, das ich mit meinen anderen Läufen vergleichen könnte, beende ich den Lauf einfach viel zufriedener, ausgeglichener und glücklicher.

achtsamenes laufen dehnen

Die Vorteile des achtsamen Laufens

  • Abbau des Alltagsstress
  • Entspannung von Körper und Geist
  • Verbessertes Körperbewusstsein
  • Mehr im Hier und Jetzt und weniger am Grübeln
  • Innere Ruhe und Gelassenheit
  • Verbesserte Konzentration, Klarheit und Fokus
  • Stärkeres positives Denken
  • Mehr Freude und Spaß beim Laufen

Vielleicht kannst du während du läufst auch nicht richtig abschalten und machst dir selbst den Druck noch höher, schneller oder weiter laufen zu müssen. Dann probier doch einfach aus wie sich ein achtsamer Laufstil für dich anfühlt. Ich bin auf jeden Fall gespannt, was du mir davon berichtest.

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