Unser erster Roadtrip mit einem Van

Eigentlich wollten wir dieses Jahr für 2,5 Wochen mit einem Camper nach Norwegen. Eigentlich, denn dann begann diese verrückte Zeit in der wir uns gerade befinden.

Deshalb haben wir uns im Spätsommer spontan noch für 1 Woche einen Van gemietet und sind in ein ungewisses Abenteuer aufgebrochen. Gefällt uns das überhaupt? Wo werden wir am Ende landen? Was werden wir auf unserem Roadtrip alles erleben? Verstehen wir uns danach überhaupt noch?

Eins kann ich euch verraten, wir haben uns auf diesem Trip noch besser kennengelernt und können den anderen auch im Alltag in einigen Situationen besser verstehen.

Der Van

Da wir nur 1 Woche unterwegs waren, haben wir uns für einen einfachen VW-Bus mit Dachzelt entschieden. Auf eine Küchenzeile haben wir bewusst verzichtet, da wir so mehr Platz im Innenraum hatten. Gekocht haben wir auf einem Gaskocher, der, wie eine Küchenbox (sogar mit Espressokocher und Kaffeepulver), im Mietpreis inbegriffen war.

In unserem „Wohnzimmer“, dem normalen Innenraum, haben wir gegessen und all unsere Sportklamotten aufbewahrt. Anfangs haben wir noch etwas Zeit benötigt, um herauszufinden wo wir alle Taschen etc. am besten platzieren (ein Machtwort von Jessi hat es dann auch gebraucht, damit Max nicht ständig alles nochmal optimierter umräumt). Dieser Bus ist wirklich fürs Campen ideal, in der Schiebetür innen befindet sich ein Tisch und in der Heckklappe zwei Klappstühle. Außerdem gibt es überall LED Beleuchtung und große Ablagefächer.

Im „Schlafzimmer“ auf dem Dach war es zu unserer Reisezeit in der Nacht teilweise doch bitter kalt. Ist halt wirklich wie ein Zelt, da mussten die Schlafsäcke bis über die Ohren zugezogen werden. Bei kälteren Temperaturen ist es daher empfehlenswert das Dachzelt wirklich erst zum schlafen gehen aufzuspannen (oder das Schieberollo geschlossen zu halten), da es andernfalls auch im „Wohnzimmer“ schnell kalt wird. Ansonsten ist es super gemütlich im Dachzelt zu schlafen. Wir haben Bäche rauschen gehört und waren gefühlt sehr nah im Naturgeschehen dabei. Wer allerdings bei Geräuschen schlecht einschlafen kann, sollte seine Ohropax nicht vergessen. Die Fenster im Dachzelt können aufgemacht werden und bieten bereits beim Aufstehen einen schönen Ausblick in die Natur.

Der VW-Bus lässt sich wirklich super entspannt fahren und durch die erhöhte Sitzposition hatten wir den Straßenverkehr bestens im Blick. Da wir auf diese 1 Woche doch knapp 1.000 km gefahren sind, war das Automatikgetriebe wirklich angenehm und mit der Rückfahrkamera war (fast) keine Parklücke zu klein.

Der Roadtrip

Allgäu, Deutschland

In München haben wir den Van abgeholt und sind sofort in Richtung Allgäu aufgebrochen. Bereits im dunkeln haben wir unser Abendessen, dass wir noch von Zuhause mitgebracht hatten, am wunderschönen Alpsee verspeist. Da das Campen direkt am Parkplatz der Hochgrat-Bahn nicht gestattet ist, sind wir auf einen kleinen Parkplatz in der Nähe ausgewichen. Bei herrlichem Sonnenschein gab es das erste Van-Frühstück mit Honigbroten, Müsli und Kaffee. Gestärkt konnten wir die Tour auf den Hochgrat in Angriff nehmen.

Da uns die Wanderung doch den ein oder anderen Schweißtropfen entlockt hat, sind wir zum Erlebnisbad Wonnemar in Sonthofen gefahren. Für 6,50€ durften wir 24 Stunden auf dem Parkplatz stehen bleiben und für 3€ p. P. konnten wir uns im Bad Duschen.

Am nächsten Tag ging es zum Klettern an die Felswand bei Seltmans. Hier ist wirklich für jeden etwas dabei, nicht nur, dass fast sämtliche Schwierigkeitsgrade vorhanden sind, die Abstände der Bohrhaken sind teilweise geringer als in der Kletterhalle. Das war vor allem für Jessi angenehm, da sie dadurch das Klettern im Vorstieg ohne große Angst üben konnte. Das Besondere hier bzw. allgemein im Allgäu ist das sogenannte Nagelfluh Gestein, welches auf den ersten Blick aussieht als wäre grober Kiesel mit Beton vermischt worden. Anfangs war es noch etwas ungewohnt die Routen zu lesen, nach zwei Routen und etwas „Beta“ von anderen Kletterern war das aber kein Problem mehr.

Die dritte und letzte Nacht im Allgäu verbrachten wir auf einem Wohnmobilstellplatz mit herrlichem Ausblick über grüne Hügel. Wovon wir aber am Abend leider nicht allzu viel genießen konnten, da es wie aus Eimern geschüttet hat. Unter dem regelmäßigen Regentrommeln auf das Dach und nach einem Gläschen Wein sind wir aber trotzdem schnell eingeschlafen.

Am nächsten Morgen haben wir Kaffee und Müsli eingepackt und sind losgezogen, um beim Buchenegger Wasserfall zu frühstücken. Maxi ist, nach hartem innerlichen Kampf, sogar ganz mutig ins eiskalte Wasser gesprungen (Badehose hatte er vorsichtshalber eingepackt). Nachdem er einem Bauern geholfen hat einen widerspenstigen Ochsen auf den Anhänger zu schieben, war ihm auch wieder warm.

Voralberg, Österreich

Nach kurzer Recherche haben wir uns entschlossen nach Lech/Zürs weiterzufahren. Allein die Fahrt durch den Tunnel am Berg und anschließend durch die wilde Berglandschaft ist eine Reise wert. Im Winter tummeln sich hier Skifahrer, im Sommer und Herbst ist jedoch nicht sehr viel los und einige Hotels machen über den Sommer komplett dicht. Hier haben wir in einem Waldstück zwischen Lech und Zug auf einem Parkplatz übernachtet. Von dort sind wir bereits sehr früh zu unserer Tour zum Formarinsee aufgebrochen, was wirklich eins der absoluten Highlights des Urlaubs war. Die Fahrt (über die Mautstraße, Kosten 20 €) zum Startpunkt war, wie schon der Vorabend, ein kleines Abenteuer. Wir dachten gleich läuft vor uns Frodo aus Herr der Ringe auf dem Weg zum Schicksaalsberg über die Straße, einfach herrlich empfehlenswert!

Ötztal, Österreich

Da wir nach dieser Tour etwas entspannen und uns vor allem wieder richtig sauber machen wollten sind wir auf einem netten kleinen Campingplatz im Ötztal gelandet. Am ersten Tag haben wir lediglich einen entspannten Spaziergang zu einer Hängebrücke gemacht. Am Campingplatz waren wir sehr damit beschäftigt die weiteren Camper zu beobachten, um vielleicht das ein oder andere von den Erfahrenen zu lernen. Da der Wetterbericht für die nächsten Tage Schnee! angesagt hatte, haben wir uns entschlossen nach Südtirol weiterzufahren. Als kleines Highlight im Ötztal haben wir noch den Lehner Wasserfall Klettersteig gemacht und sind zur Stabele Alm gewandert. Dort haben wir uns mit leckeren Spinatknödeln und Kasspotzn gestärkt und sind dann weiter gefahren.

Südtirol, Italien

Die Anreise war wieder ein Abenteuer, über das Timmelsjoch war so dichter Nebel, dass wir nur ca. 20 Meter weit gesehen haben! Jessi musste dabei ihre Absturzängste und damit Todesängste überwinden, aber Busfahrer Max hatte natürlich bei ca. 25 km/h alles im Griff. Im Dunkeln haben wir dann noch einen etwas in die Jahre gekommenen Campingplatz am Kalterer See erreicht. Der nächste Tag war geprägt von Regen und Wind, an einen Spaziergang war nicht zu denken, da wir schon auf dem Weg zum Klo pitschnass geworden sind, waren wir eigentlich nur auf der Suche nach Wein, um uns den Abend schön zu trinken. Zum Glück haben wir dann entdeckt, dass auf dem Campingplatz auch einen kleiner Supermarkt vorhanden war!

Zum Glück hatte sich das schlechte Wetter über Nacht verzogen und wir hatten am nächsten Tag strahlenden Sonnenschein für unsere Königstour. Dem Schnee konnten wir nicht ganz entkommen, denn auf unserer Tour auf den Roen mit einem kurzen Klettersteig war nach ein paar Höhenmetern eine ca. 5cm hohe Schneeschicht!

Am letzten Tag unserer Reise sind wir noch um die Montiggler Seen spaziert, wo wir auch auf einem Parkplatz in der Nähe übernachtet haben. Zum Abschluss waren wir noch in einer netten, leckeren Pizzeria in Kaltern beim Essen.

Das Fazit

Unser Van Roadtrip war eine super Erfahrung und gefühlt hatten wir mehrere Urlaube in einem. Der riesige Vorteil ist natürlich die Flexibilität, gefällt dir ein Ort nicht oder wird schlechtes Wetter vorausgesagt, fährst du einfach weiter.

Unsere einzigen Diskussionspunkte lagen stets in der Suche nach einem geeigneten Camping- bzw. Schlafplatz. Da Wildcamping verboten ist, waren wir uns immer unsicher wie und wo wir am besten parken können. Da die Suche meist nach anstrengenden, erlebnisreichen Tagen anstand hatten wir meist nicht mehr die nötige Geduld für ausgiebige Recherche. Mit den Jahren und verschiedenen Erfahrungen werden wir aber auch hier sicher souveräner.

Für das nächste mal und auch weiteren Reisen werden wir uns wohl eher für einen Camper mit Nasszelle und Küchenzeile entscheiden. Einfach, um noch flexibler zu sein und sich auch nach einem schwitzigen Tag einigermaßen waschen zu können oder bei schlechtem Wetter etwas mehr Bewegungsfreiheit zu haben.

Bergtour auf den Roen mit kurzem Klettersteig | Südtirol

Infos zur Tour

  • Parken: Gummererhof in Tramin
  • Distanz: 17km
  • Dauer: 6h
  • Höhenmeter: 1500hm

Anfahrt

Geparkt haben wir beim Gummererhof. Du kannst aber auch am Festplatz weiter unten parken, so hast du allerdings 500 Höhenmeter mehr zu bewältigen.

Tour

Wir starten die Tour beim Gummererhof. Gleich von Beginn an geht es steil bergauf, dafür kommen wir an einer super Aussicht auf den Kalterer See vorbei. Anschließend stapfen wir durch den ersten Schnee für diese Saison und wandern über den Göllersteig zur Überetscher Hütte. Dort kehren wir ein und gönnen uns einen Kaiserschmarren mit einem Cappuccino. Danach gehts über den Klettersteig zum Berggipfel Roen, der auf 2116 Meter Höhe liegt. Zum Abstieg nehmen wir den Weg Richtung Malga Romeno Alm, der zwar ein wenig eingewachsen, aber super spannend ist und kommen wieder zur Überetscher Hütte. Von dort gehen wir zurück zum Gummererhof.

Lehner Wasserfall Klettersteig | Ötztal

Infos zur Tour

  • Parken: Ötztaler Heimatmuseum, Tagesticket: 3€
  • Distanz: ~ 1,5 km
  • Dauer: ~ 2 Stunden
  • Höhenmeter: ~ 300 hm
  • Klettersteig: C

Zustieg

Die Tour starten wir am Parkplatz des Ötztaler Heimatmuseums und folgen dem markierten Wanderweg durch den Wald und an insgesamt 14 Kreuzweg-Stationen vorbei. An der Weggabelung biegen wir rechts ab und überqueren den Lehnbach über eine Hängebrücke. Der Weg führt direkt zum Einstieg. Der Zustieg dauert ca. 20 Minuten.

Klettersteig

Zu Beginn klettern wir eine senkrechte Einstiegswand C nach oben. Anschließend verläuft der Klettersteig überwiegend mit dem Schwierigkeitsgrad B weiter. Wir könnten uns für eine zweite, schwierigere Variante direkt neben dem Wasserfall D + E entscheiden. Für uns ging es aber auf der ersten Variante über den Überhang D und seiner Umgehung B weiter. Am Schluss gehen wir über die 35m lange Seilbrücke, die über den Wasserfall verläuft. Der Klettersteig hat ca. 170hm und dauert um die 1,5 Stunden

Abstieg

Den Schildern Richtung Lehn ca. 30 Minuten folgen.

Wer wie wir noch einkehren möchte, folgt einfach der Beschilderung. Der Weg nach oben zur Alm ist zwar ein bisschen steil aber auf den schmalen Pfaden super schön zu gehen. Das sind zusätzlich nochmal um die 2,5 km und 600 hm zur Alm und die 2,5 km wieder zurück bis zum Ausstieg des Klettersteigs.

Bergtour über den Gehrengrat und das Steinerne Meer zum Formarinsee | Vorarlberg

Infos zur Tour

  • Parken: Spullersee, Mautstraße: 20€
  • Distanz: ~ 20 km
  • Dauer: ~ 6 Stunden
  • Höhenmeter: ~ 900 hm

Anfahrt

Es gibt mehrere Möglichkeiten die Tour zu starten. Entweder du nimmst den Wanderbus von Lech aus oder du fährst die Mautstraße selber mit dem Auto zum Spullersee. Die Mautstraße darf allerdings nicht zwischen 8:00 Uhr – 16:30 Uhr befahren werden, das heißt frühes Ankommen ist wichtig. Die Nutzung der Mautstraße kostet 20€.

Bergtour

Startpunkt für die Tour ist der Spullersee. Von hier geht es bergauf über die Spulleralpe Richtung Gehrengrat. Der Aufstieg zum Gehrengrat ist ein steiler Felsenweg und erfordert Trittsicherheit. Die Aussicht am Grat ist fantastisch und reicht bis zur Roten Wand. Anschließend geht es bergab zum Steinernen Meer. Das Steinerne Meer ist eine von Gletschern geformte Steinlandschaft. Wir haben zwar leider keine Fossilien entdeckt, aber vielleicht hast du ja ein wacheres Auge und kannst Versteinerungen finden. Weiter führt der Höhenweg zur Freiburger Hütte. Von dort kann man rechts vom Formarinsee über einen schönen Felsensteig zur Bushaltestelle gelangen.

Entweder du nimmst nun den Bus wieder zurück ins Tal oder gehst wie wir über den Weg am Lech und dem Spullerbach zurück zum Spullersee. Der Weg entlang den beiden Bächen ist ein sehr schöner Abschluss und lässt sich leicht gehen.

Hochgrat Gratwanderung über die Nagelfluhkette | Allgäu

Infos zur Tour

  • Parken: Talstation Hochgratbahn, Tagesticket: 4€
  • Distanz: ~ 16 km
  • Dauer: ~ 5 Stunden
  • Höhenmeter: ~ 1200 hm

Bergtour

Von der Talstation Hochgratbahn geht es zu Fuß auf verschiedenen Wegen (ist alles gut ausgeschildert) Richtung Hochgrat. Bevor man den Gipfel erreicht, geht es auf der Nagelfluhkette den Grat entlang. Hinunter kommt man entweder mit der Gondel oder zu Fuß. Auch hier sind die Wege sehr gut ausgeschildert. Wir haben den Weg über Brunnenau gewählt, der nochmal eine abenteuerliche Strecke bietet.